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Ratgeber Technik. Für alle, die Ladezeit für ein Thema der Entwickler halten

Website-Performance in Zeiten von KI: Warum Tempo jetzt doppelt zählt

Kurze Antwort für Eilige und Maschinen

Performance zählt mit KI doppelt, weil deine Website jetzt zwei Leser hat. KI-Crawler lesen meist nur das HTML, das dein Server schickt, und führen kein JavaScript aus. Menschen, die aus einer KI-Antwort kommen, sind fast entschieden und warten nicht. Schnell, leicht und mit dem Inhalt im HTML gewinnst du bei beiden.

Warum Tempo wieder auf den Tisch kommt

Ladezeit war lange ein Thema, das man der Technik überlassen hat. Google wollte schnelle Seiten, also wurden Bilder kleiner gerechnet, und irgendwann war ein grüner Wert im Bericht. Danach kamen der Slider, das Chat-Fenster, drei Tracking-Skripte und ein Video im Hintergrund. Der grüne Wert war dann gelb, und keiner hat es gemerkt.

Mit KI hat sich das geändert. Deine Website hat jetzt zwei Arten von Lesern, und beide bestrafen eine langsame, schwere Seite. Die einen sind Maschinen, die deine Inhalte für Antworten auslesen. Die anderen sind Menschen, die erst auf deine Seite kommen, wenn eine KI sie geschickt hat, und die dann nicht mehr warten.

Performance heißt in diesem Ratgeber nicht nur Ladezeit. Gemeint ist alles, was entscheidet, wie schnell und wie vollständig eine Seite bei ihrem Leser ankommt: Antwortzeit des Servers, Gewicht der Seite, und ob der Inhalt schon im HTML steht oder erst nach dem JavaScript.

Leser eins: Maschinen, die kein JavaScript ausführen

Vercel hat Ende 2024 zusammen mit MERJ ausgewertet, wie KI-Crawler in seinem Netzwerk arbeiten. In einem Monat kamen 569 Millionen Anfragen von OpenAIs GPTBot und 370 Millionen von Anthropics Crawler. Beide laden JavaScript-Dateien herunter, ausgeführt hat sie keiner. Ausnahmen sind Googlebot, der für die Google-Suche und damit auch für Gemini rendert, und Applebot.

Für deine Website heißt das: Was erst per JavaScript nachgeladen wird, existiert für diese Leser nicht. Preise aus einer Schnittstelle, Antworten in einem Akkordeon, das erst beim Klick Inhalt holt, Produktdaten aus einem Shop-Widget. Ein Mensch sieht eine fertige Seite, der Crawler sieht ein leeres Gerüst mit Ladekreis.

Dazu kommen Abrufe in Echtzeit. Stellt jemand ChatGPT eine Frage, kann ChatGPT deine Seite in diesem Moment besuchen, mit der Kennung ChatGPT-User. So beschreibt es OpenAI in seiner Dokumentation zu den eigenen Crawlern. Dieser Besuch wartet nicht auf deine Startanimation. Was beim ersten Abruf nicht im HTML steht, kann in der Antwort nicht vorkommen.

Leser zwei: Menschen, die schon fast entschieden haben

Die KI-Anbieter lesen viel und schicken wenig zurück. Cloudflare hat 2025 gemessen, wie viele Seiten ein Anbieter crawlt, bis ein Mensch einmal auf einen Link klickt. Bei Anthropic waren es im Juli rund 38.000 Abrufe pro Besuch, im Jänner noch rund 286.000. Bei Perplexity waren es rund 194.

Die gute Nachricht steckt in derselben Zahl. Wer aus einer KI-Antwort auf deine Seite kommt, hat die Vorauswahl schon hinter sich. Er hat seine Frage gestellt, eine Antwort bekommen und will jetzt genau dein Angebot sehen. Google schreibt in seinem Leitfaden zu den KI-Funktionen der Suche, dass Klicks aus Ergebnissen mit KI-Übersicht hochwertiger sind und die Leute länger auf der Seite bleiben.

Weniger Besuche, die mehr wert sind: Genau da wird jede Sekunde teuer. Google und Deloitte haben 2020 für die Studie „Milliseconds Make Millions“ die mobilen Seiten großer Marken ausgewertet. Wurde die mobile Seite um eine Zehntelsekunde schneller, stieg die Conversion im Handel um 8,4 Prozent und bei Reiseanbietern um 10,1 Prozent. Die Studie ist älter als die KI-Suche. Die Geduld der Leute ist seither nicht gewachsen.

Was Performance heute heißt

  1. Der Inhalt steht im HTML. Texte, Preise, Fragen und Antworten kommen mit der ersten Antwort des Servers, nicht erst nach dem JavaScript. Das ist die wichtigste Regel für KI-Leser, und sie kostet nichts, wenn man sie im Konzept festlegt.
  2. Der Server antwortet schnell. Wer erst eine Datenbank fragen, zehn Plugins laden und eine Seite zusammenbauen muss, ist langsamer als eine Datei, die schon fertig daliegt. Statische Seiten oder ein guter Zwischenspeicher sind hier im Vorteil.
  3. Die Seite ist leicht. Bilder in WebP oder AVIF und in der Größe, in der sie angezeigt werden. Schriften auf dem eigenen Server und nur in den Schnitten, die wirklich vorkommen. Jedes Skript muss seinen Platz rechtfertigen.
  4. Die Core Web Vitals sind im grünen Bereich. Google misst drei Werte bei echten Besuchern: Der größte Inhalt steht nach höchstens 2,5 Sekunden (LCP), auf eine Eingabe reagiert die Seite in höchstens 200 Millisekunden (INP), und das Layout springt kaum (CLS bis 0,1).
  5. Strukturierte Daten stehen im Quelltext. Schema.org-Angaben zu dir, deinem Unternehmen und deinen Leistungen gehören direkt ins HTML. Werden sie per Skript nachgeschoben, gehen sie bei Crawlern ohne JavaScript verloren.

Wie das in meinen Projekten aussieht

Beim Skiverleih wog die alte Startseite rund 33 MB. Die neue lag auf Staging bei 0,68 MB, das ist ungefähr ein Fünfzigstel. Geändert hat sich dafür nicht die Botschaft, sondern das, was zwischen Server und Leser steht.

Beim Hersteller ultraleichter Wohnkabinen meldet Lighthouse heute 100 bei Barrierefreiheit, Best Practices und SEO, auf Desktop und Mobil, die Performance liegt je nach Messung zwischen 95 und 100. Dafür sitzen Texte, Schema-Angaben und Bilder schon im ersten HTML, und die Seite lädt keine Bibliothek, die sie nicht braucht.

Diese Website hier ist genauso gebaut: statisches HTML ohne CMS und ohne Datenbank, Schriften auf dem eigenen Server, jede Seite mit einem kurzen Antwortblock oben und einer Datei llms.txt für KI-Systeme. Die Bewegung auf der Startseite kommt dazu, sie trägt aber keinen Inhalt. Was du liest, steht im Quelltext.

Selbst prüfen in zehn Minuten

  • Quelltext: Wichtigste Seite öffnen, Quelltext anzeigen, einen Satz aus der Mitte suchen. Fehlt er, lädt ihn erst das JavaScript.
  • PageSpeed Insights: Die Adresse bei Google prüfen lassen, zuerst die Ansicht für Mobil. Oben stehen die Werte echter Besucher, darunter der Labortest.
  • Search Console: Im Bericht zu den Core Web Vitals nachsehen, welche Seiten als langsam gelten und warum.
  • Gewicht: In den Entwicklerwerkzeugen des Browsers unter Netzwerk die Seite neu laden und unten die übertragene Menge ablesen. Alles über ein paar Megabyte braucht einen Grund.
  • robots.txt: Prüfen, ob die Crawler für KI-Suchen erlaubt sind, etwa OAI-SearchBot für ChatGPT und PerplexityBot. Wer sie sperrt, wird dort nicht zitiert.

Die unbequeme Wahrheit zum Schluss

Performance entscheidet sich nicht am Ende des Projekts, wenn jemand die Bilder kleiner rechnet. Sie entscheidet sich im Konzept, bei jedem Slider, jedem Video im Hintergrund und jedem Skript, das das Marketing „nur kurz“ einbauen will. Jede dieser Entscheidungen ist für sich klein. Zusammen machen sie aus einer schnellen Seite eine, die ein Crawler nicht liest und ein Mensch nach drei Sekunden schließt.

Und ein Wert von 100 im Labortest ist schön, aber kein Ziel. Er gilt für einen Rechner, an einem Tag, mit einer Leitung. Zählen tun die Werte deiner echten Besucher und das, was eine KI aus deiner Seite herauslesen kann. Darauf plane ich, wenn ich einen Relaunch leite, und darauf prüfe ich vor dem Launch.

Häufige Fragen

Lesen KI-Crawler JavaScript?

Die meisten nicht. Eine Auswertung von Vercel und MERJ aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die Crawler von OpenAI und Anthropic JavaScript-Dateien zwar herunterladen, aber nicht ausführen. Googlebot und Applebot rendern. Alles, was erst per Skript auf die Seite kommt, fehlt den anderen.

Ist Ladezeit ein Faktor dafür, ob eine KI meine Seite zitiert?

Eine offizielle Gewichtung gibt kein Anbieter bekannt. Google nennt für seine KI-Funktionen dieselben Grundregeln wie für die Suche, und eine gute Nutzererfahrung auf der Seite gehört dazu. Sicher ist: Was ein Crawler beim Abruf nicht bekommt, kann er nicht zitieren.

Welche Ladezeit ist schnell genug?

Als Maßstab dienen die Core Web Vitals von Google bei echten Besuchern: größter Inhalt nach höchstens 2,5 Sekunden, Reaktion auf Eingaben in höchstens 200 Millisekunden, kaum springendes Layout. Liegt deine Seite mobil in allen drei Werten im grünen Bereich, bist du gut aufgestellt.

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